Ein Vortrag der Marxistischen Gruppe an der Universität Mainz hat Walter Patt angeregt, Karl Helds Buch »Die Psychologie des bürgerlichen Individuums« (München 1981) zu lesen, und heute berichtet er Ernst Jünger von seiner Lektüre.

Jünger notiert in sein Tagebuch unter dem 12. Februar 1981, daß die Marxistische Gruppe eine »neo-marxistische Studentenverbindung« sei, die »sich von unmittelbaren Aktionen freihält« und lediglich »Bewußtseinsarbeit« leiste. In dem Buch »Die Psychologie des bürgerlichen Individuums« werde, so habe ihm Patt geschrieben, eine »treffende Kritik am Selbstmord« geübt.

Jünger schreibt eine zentrale Passage des MG-Textes in sein Tagebuch: »Der Selbstmordkandidat befindet sein höchstpersönliches moralisches Lebensprogramm, in dem allein er sich selbst gefallen will, für gescheitert und fortan undurchführbar – aber ohne auch nur im geringsten an den Kriterien irre zu werden, als deren Charaktermaske er einzig und allein sich selbst gelten lassen und sogar überhaupt leben will.«

Hmm, »stilistisch nicht eben geglückt« sei das, kritisiert Jünger. Aber es sei ein »doch zu unterstreichendes Urteil; es entspricht der Verfügungsgewalt, die ich dem Anarchen zubillige.« Der Anarch ist für Jünger die positive Entsprechung zum rein »negativen« Anarchisten. Der Anarch ist ein unabhängiger Mensch, der »eine neue Konzeption der Freiheit« verfolge, jemand, der sich sein Leben nicht vorschreiben lasse. Und da könne der Suizid durchaus der sinnvolle Endpunkt einer aktiven Lebensgestaltung sein, wenn der Mensch sich »der unmöglich gewordenen Existenz« gewiß sei (Ernst Jünger: »Über die Linie«, 1951).

Wir trauen es uns sowieso nicht zu sagen: wo kommt denn die Revolution hier vor. An alles rangehen und sagen: wir sind für die Revolution, ist halt unser Anliegen, wo kommt denn die vor? Die Sorte Stellung: ja werden denn hier die Kommunisten genug geachtet bei allem und jedem. Bei der Vergabe von Wirtshauslizenzen genauso wie die von Lehrstühlen. Wird denn hier der Kommunist respektiert? Eine unmögliche Stellung.

(Quelle: archive.org)

Robert Kurz
“Ich habe keinen akademischen Titel und es muss nicht unbedingt sein”

Karl Held
“… ich habe sehr viel Gewinn draus gezogen. Das ist irre geil. Da kommst du überall rein, in jede Disko, Bobby. Ach, da laufen dir die Weiber nach und alle kümmern sich um dich”

Einer der erfolgreichsten Ehrentitel, in dessen Namen so gut wie alles verbrochen und verhindert werden darf, ist ‘die Menschheit’. Nein, Marxisten haben mit diesem Subjekt, das durch die Geschichte von Druck und Papier geistert, nichts im Sinn. Es existiert nämlich nur in der Einbildung, dieses kollektive Subjekt mit lauter gemeinsamen hehren Anliegen, und zwar deswegen, weil es lange vor seiner philosophischen Aufbereitung zur Berufungsinstanz taugt, die moralisch gebildete Zeitgenossen des Kapitals immer brauchen.

Anlässlich des Todes von Robert Kurz ist der Hinweis auf einen Mitschnitt des Streitgesprächs von Karl Held und Robert Kurz im Oktober 1996 in Bielefeld aufgetaucht.

Mitschnitt

http://www.mediafire.com/?2zyjwwtjknz

(Quelle: contradictio.de)

Dank für den Herrn Held, den man nun anfängt kennen zu lernen. Der Mensch ist revolutionärer als Marx und Lenin, das ist vielleicht bissel sehr revolutionär. Gegen den Kapitalism ist er zu brauchen, für den Sozialismus gar nicht.
Peter Hacks über die Marxistische Gruppe.

(Quelle: ofenschlot.blogsport.de)

Diese alternative Form bürgerlicher Herrschaft (der Faschismus) ist nicht nur als Wunsch der Politiker  u n d Bürger in der Demokratie ständig präsent, sondern auch praktisch fällig, wenn sich Bürger und Staat  i n  ihrem Gegensatz dahingehend handelseinig werden, daß die ineffiziente Herrschaftsausübung schuld daran ist, wenn im ökonomischen Leben einiges nicht geht. Ein ordentlicher Gebrauch der politischen Gewalt, dem sich die Befürworter mit über das demokratische Maß hinausgehender Opferbereitschaft verschreiben damit Schluß gemacht wird mit Nörglern, politisch und ökonomisch nicht bedingungslos leistungswilligen Bürgern, stellt sich da alsbald ein, zumal der Antifaschismus als  R e t t u n g s p r o g r a m m  der Demokratie den politischen Kampfmitteln derer nichts entgegenzusetzen hat, die eine Rettung der Nation vor Schädlingen andersherum anstreben. Die Legende von der extra chauvinistischen Fraktion der Bourgeoisie, die ein Volk von Edeldemokraten ver- und dann nur noch führt, die dann aber auch wegen des Kräfteverhältnisses zu ihren Machenschaften befähigt gewesen sein soll, zeugt selbst von der nationalistischen Verbeugung vor einer echten Demokratie, die dem realen Willen zum Opfer für die Nation nichts entgegensetzt als eine fiktive Identität von Volk und Staat. Im übrigen widerspricht der Übergang zum Faschismus keineswegs der Aussage, daß die Demokratie die adäquate Staatsform des Kapitalismus ist. Als Institutionalisierung der  G e g e n s ä t z e  “funktioniert” sie eben nur, solange die auf den rechten Gebrauch des Privateigentums verpflichteten Bürger  o r d e n t l i c h  konkurrieren, d.h. mit den diversen Resultaten ihrer Konkurrenz auch demokratisch  z u r e c h t k o m m e n   w o l l e n  – weshalb man auch zur Demokratie erzogen werden muß und manche Völker von Demokraten noch gar nicht für reif befunden werden für eine so anspruchsvolle Staatsform. Diese Leute wissen sehr gut Bescheid über die faschistischen Verhältnisse, die ihnen auswärts gelegen kommen, wo sie sie erzeugt haben und bewahren wollen: die Kunst der Selbstbeherrschung gehört zur demokratischen Herrschaft, ist die in ihr hochgehaltene Kardinaltugend; ihrer Pflege sind die auswärtigen Formen der Armut, läßt man den freien Willen erst einmal zum Zuge kommen, eine schlechte Grundlage.

(Quelle: gegenstandpunkt.com)

“Es geht um folgendes: Sind vorgelesene Gedichte, die man selber  komponiert hat, die korrekte Beurteilung dessen, was in Deutschland  jetzt abläuft? Ihr habt beide [Gremliza und Pohrt] zwei Gedichte  vorgelesen und weiter nichts. Und in den Gedichten sind Sachen  vorgekommen, die eines Kommunisten unwürdig sind, und so einer bin ich  nun mal zufällig. Z.B. “Webfehler” – bei dir jetzt Pohrt – und  “Konditionierung”. Glaubst du ernsthaft, jemand, der auf einen Ausländer  losgeht, macht das nicht mit Willen und Bewusstsein? Das Bewusstsein  mag falsch, brutal, blutig sein, aber der ist doch nicht konditioniert  wie a Ratz! Das sind doch leibhaftige Leute, die in der Hauptschule  waren. Die haben Lesen und Schreiben gelernt, und sie haben sich  eingebildet, dass, was immer sie als untragbar in dieser Nation  empfinden, daran liegt, dass die Ausländer da sind, zu viele sind,  geduldet wurden usf. Die Logik dieses Schlusses ist zu erläutern und  nicht in die psychologische Ecke mit Webfehler und Konditionierung zu  stellen. Das ist die Differenz zwischen uns. (…)”

Aus: Karl Held vs. Antideutsche Dichter
On Februar 28, 2012 at 2:37pm

“Es geht um folgendes: Sind vorgelesene Gedichte, die man selber komponiert hat, die korrekte Beurteilung dessen, was in Deutschland jetzt abläuft? Ihr habt beide [Gremliza und Pohrt] zwei Gedichte vorgelesen und weiter nichts. Und in den Gedichten sind Sachen vorgekommen, die eines Kommunisten unwürdig sind, und so einer bin ich nun mal zufällig. Z.B. “Webfehler” – bei dir jetzt Pohrt – und “Konditionierung”. Glaubst du ernsthaft, jemand, der auf einen Ausländer losgeht, macht das nicht mit Willen und Bewusstsein? Das Bewusstsein mag falsch, brutal, blutig sein, aber der ist doch nicht konditioniert wie a Ratz! Das sind doch leibhaftige Leute, die in der Hauptschule waren. Die haben Lesen und Schreiben gelernt, und sie haben sich eingebildet, dass, was immer sie als untragbar in dieser Nation empfinden, daran liegt, dass die Ausländer da sind, zu viele sind, geduldet wurden usf. Die Logik dieses Schlusses ist zu erläutern und nicht in die psychologische Ecke mit Webfehler und Konditionierung zu stellen. Das ist die Differenz zwischen uns. (…)”

Aus: Karl Held vs. Antideutsche Dichter

(Quelle: myconquestofbread, via edwardnortonamstrand)

Der Pohrt legt allen Erns­tes Wert dar­auf zu sagen, er kann die  Phra­sen vom An­ti-​ka­pi­ka­pi­ka­pi usw. nicht mehr hören. Der soll  sie doch erst mal ler­nen, der soll erst ein­mal das Ar­gu­ment ler­nen,  das mit der Kri­tik am Ka­pi­tal ge­meint ist. Üb­ri­gens, das meine  ich ernst, Pohrt, du willst sie doch gar nicht ler­nen. Du wirst doch  nie in dei­nem Leben ein­mal die Preis­form durch­neh­men oder sagen,  was ein Wech­sel­kurs zwi­schen Deutsch­land und der Tür­kei ist, was  ein Waf­fen­ex­port ist, das willst du doch gar nicht wis­sen. Du hast  doch dein Ge­nü­ge daran zu sagen: Schau’ dir die bösen Deut­schen an,  die zün­deln. Im­mer­zu mit Geis­tes­blit­zen über die blu­tigs­ten  An­ge­le­gen­hei­ten her­fal­len. Immer sich selbst dar­stel­len, wenn  was Bit­ter­erns­tes zur Sache steht. (…)
On Dezember 18, 2011 at 7:00pm

Der Pohrt legt allen Erns­tes Wert dar­auf zu sagen, er kann die Phra­sen vom An­ti-​ka­pi­ka­pi­ka­pi usw. nicht mehr hören. Der soll sie doch erst mal ler­nen, der soll erst ein­mal das Ar­gu­ment ler­nen, das mit der Kri­tik am Ka­pi­tal ge­meint ist. Üb­ri­gens, das meine ich ernst, Pohrt, du willst sie doch gar nicht ler­nen. Du wirst doch nie in dei­nem Leben ein­mal die Preis­form durch­neh­men oder sagen, was ein Wech­sel­kurs zwi­schen Deutsch­land und der Tür­kei ist, was ein Waf­fen­ex­port ist, das willst du doch gar nicht wis­sen. Du hast doch dein Ge­nü­ge daran zu sagen: Schau’ dir die bösen Deut­schen an, die zün­deln. Im­mer­zu mit Geis­tes­blit­zen über die blu­tigs­ten An­ge­le­gen­hei­ten her­fal­len. Immer sich selbst dar­stel­len, wenn was Bit­ter­erns­tes zur Sache steht. (…)

(Quelle: cosmoproletarianresonance, via edwardnortonamstrand)